Tilapia ist weltweit einer der meistkonsumierten Fische. In den USA liegt er auf Platz vier der beliebtesten Meeresfrüchte.

Der Grund für seine Beliebtheit: günstiger Preis und milder Geschmack. Doch es gibt auch kritische Stimmen – insbesondere wegen des Fettsäureprofils und fragwürdiger Zuchtpraktiken in manchen Regionen.
Hier erfährst du, was die Wissenschaft sagt.
Was ist Tilapia?
Tilapia ist ein Sammelbegriff für mehrere Süßwasserfischarten aus der Familie der Buntbarsche. Ursprünglich stammen sie aus Afrika, werden heute aber in über 135 Ländern gezüchtet.1
Warum ist Tilapia so günstig?
- Wächst schnell
- Toleriert enge Zuchtbedingungen
- Kann mit pflanzlichem Futter ernährt werden
China ist der größte Produzent weltweit – mit über 1,6 Millionen Tonnen pro Jahr. Die Qualität von Tilapia hängt stark von den Zuchtpraktiken ab, die je nach Herkunftsland variieren.
Nährwerte von Tilapia
Tilapia ist eine hervorragende Proteinquelle mit wenig Fett. Eine 100-Gramm-Portion liefert:2
| Nährstoff | Menge | % Tagesbedarf |
|---|---|---|
| Kalorien | 128 kcal | – |
| Protein | 26 g | 52% |
| Fett | 3 g | – |
| Selen | 54 µg | 78% |
| Vitamin B12 | 1,9 µg | 31% |
| Niacin | 4,7 mg | 24% |
| Phosphor | 204 mg | 20% |
| Kalium | 380 mg | 20% |
Tilapia ist besonders reich an Selen – ein Spurenelement, das für die Schilddrüsenfunktion und das Immunsystem wichtig ist. Auch der Vitamin-B12-Gehalt ist beachtlich.
Das Problem mit dem Omega-3-Gehalt
Fisch gilt als gesund – vor allem wegen der Omega-3-Fettsäuren. Diese mehrfach ungesättigten Fette wirken entzündungshemmend und schützen das Herz.3
Hier liegt das Problem bei Tilapia:
| Fisch (100 g) | Omega-3 | Omega-6 | Verhältnis |
|---|---|---|---|
| Wildlachs | 2.500 mg | 130 mg | 1:0,05 |
| Sardinen | 1.400 mg | 100 mg | 1:0,07 |
| Tilapia | 240 mg | 560 mg | 1:2,3 |
Tilapia enthält etwa zehnmal weniger Omega-3 als Wildlachs. Noch wichtiger: Das Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 ist ungünstig.4
Ein hoher Omega-6-Anteil bei gleichzeitig niedrigem Omega-3-Anteil kann Entzündungen im Körper fördern. Für eine entzündungshemmende Ernährung sind Omega-3-reiche Fische wie Lachs, Makrele oder Hering besser geeignet.
Empfohlener Artikel: Anti-entzündliche Ernährung: Wie man Entzündungen natürlich reduziert
Bedenken bei der Tilapia-Zucht
Die Qualität von Zuchtfisch hängt stark von den Produktionsbedingungen ab. Berichte über bestimmte Zuchtpraktiken – insbesondere aus China – haben Bedenken aufgeworfen.5
Fütterungspraktiken
Die US-amerikanische FDA hat dokumentiert, dass in einigen chinesischen Aquakulturen Tierkot als Futtermittel verwendet wird. Das senkt die Produktionskosten, birgt aber Risiken:
- Salmonellen und andere Bakterien können das Wasser kontaminieren
- Erhöhtes Risiko für lebensmittelbedingte Erkrankungen
Chemikalien-Rückstände
Zwischen 2007 und 2012 lehnte die FDA über 800 Meeresfrüchte-Lieferungen aus China ab – darunter 187 Tilapia-Sendungen. Die Gründe: Rückstände von Tierarzneimitteln und nicht zugelassene Zusatzstoffe.
Wichtig: Diese Probleme betreffen nicht alle Tilapia-Züchter. Fisch aus den USA, Kanada, den Niederlanden, Ecuador oder Peru unterliegt strengeren Kontrollen.
Tilapia richtig einkaufen
Wenn du Tilapia kaufen möchtest, achte auf die Herkunft:
Empfehlenswerte Quellen:
- USA
- Kanada
- Niederlande
- Ecuador
- Peru
Besser meiden:
- Tilapia unbekannter Herkunft
- Sehr günstige Angebote ohne Herkunftsangabe
Zertifizierungen wie ASC (Aquaculture Stewardship Council) oder MSC können Orientierung bieten.
Bessere Alternativen zu Tilapia
Wenn du Fisch vor allem wegen der Omega-3-Fettsäuren isst, sind andere Arten sinnvoller:
| Fisch | Omega-3 pro 100g | Vorteile |
|---|---|---|
| Wildlachs | 2.500 mg | Reich an Astaxanthin |
| Makrele | 2.600 mg | Günstig, nachhaltig |
| Sardinen | 1.400 mg | Wenig Schwermetalle |
| Hering | 1.700 mg | Regional verfügbar |
| Forelle | 1.000 mg | Gute Zuchtqualität |
Diese Fische liefern deutlich mehr Omega-3 und haben in der Regel ein besseres Fettsäureprofil.
Fazit
Tilapia ist eine günstige, proteinreiche Quelle mit beachtlichem Selengehalt. Für eine Omega-3-reiche Ernährung ist er jedoch nicht die beste Wahl.
Die wichtigsten Punkte:
- Gute Proteinquelle mit wenig Kalorien
- Reich an Selen und Vitamin B12
- Niedriger Omega-3-Gehalt, ungünstiges Omega-6-Verhältnis
- Bei der Herkunft auf Qualität achten
- Lachs, Makrele und Hering sind bessere Omega-3-Quellen
Wenn du Tilapia magst, greife zu zertifiziertem Fisch aus vertrauenswürdigen Quellen. Für optimale Omega-3-Zufuhr ergänze ihn durch fettreiche Kaltwasserfische.
FAO. Tilapia: Global Aquaculture Production and Trade Statistics. Food and Agriculture Organization of the United Nations. 2023. ↩︎
U.S. Department of Agriculture. FoodData Central: Fish, tilapia, cooked, dry heat. USDA. 2023. ↩︎
Calder PC. Omega-3 fatty acids and inflammatory processes: from molecules to man. Biochem Soc Trans. 2017;45(5):1105-1115. PubMed ↩︎
Weaver KL, Ivester P, Chilton JA, Wilson MD, Pandey P, Chilton FH. The content of favorable and unfavorable polyunsaturated fatty acids found in commonly eaten fish. J Am Diet Assoc. 2008;108(7):1178-1185. PubMed ↩︎
U.S. Food and Drug Administration. Import Alert 16-131: Detention Without Physical Examination of Aquaculture Seafood Products. FDA. 2023. ↩︎







