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Tilapia: Nährwerte, Vorteile und mögliche Risiken

Tilapia ist ein beliebter, aber umstrittener Fisch. Hier erfährst du alles über Nährwerte, Omega-3-Gehalt und worauf du beim Kauf achten solltest.

Evidenzbasiert
Dieser Artikel basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, wurde von Experten verfasst und von Experten auf Fakten überprüft.
Wir betrachten beide Seiten des Arguments und bemühen uns, objektiv, unvoreingenommen und ehrlich zu sein.
Tilapia Fisch: Nährwerte, Gesundheit und Kauftipps
Zuletzt aktualisiert am 4. Februar, 2026 und zuletzt von einem Experten überprüft am 4. Februar, 2026.

Tilapia ist weltweit einer der meistkonsumierten Fische. In den USA liegt er auf Platz vier der beliebtesten Meeresfrüchte.

Tilapia Fisch: Nährwerte, Gesundheit und Kauftipps

Der Grund für seine Beliebtheit: günstiger Preis und milder Geschmack. Doch es gibt auch kritische Stimmen – insbesondere wegen des Fettsäureprofils und fragwürdiger Zuchtpraktiken in manchen Regionen.

Hier erfährst du, was die Wissenschaft sagt.

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Was ist Tilapia?

Tilapia ist ein Sammelbegriff für mehrere Süßwasserfischarten aus der Familie der Buntbarsche. Ursprünglich stammen sie aus Afrika, werden heute aber in über 135 Ländern gezüchtet.1

Warum ist Tilapia so günstig?

China ist der größte Produzent weltweit – mit über 1,6 Millionen Tonnen pro Jahr. Die Qualität von Tilapia hängt stark von den Zuchtpraktiken ab, die je nach Herkunftsland variieren.

Nährwerte von Tilapia

Tilapia ist eine hervorragende Proteinquelle mit wenig Fett. Eine 100-Gramm-Portion liefert:2

NährstoffMenge% Tagesbedarf
Kalorien128 kcal
Protein26 g52%
Fett3 g
Selen54 µg78%
Vitamin B121,9 µg31%
Niacin4,7 mg24%
Phosphor204 mg20%
Kalium380 mg20%

Tilapia ist besonders reich an Selen – ein Spurenelement, das für die Schilddrüsenfunktion und das Immunsystem wichtig ist. Auch der Vitamin-B12-Gehalt ist beachtlich.

Das Problem mit dem Omega-3-Gehalt

Fisch gilt als gesund – vor allem wegen der Omega-3-Fettsäuren. Diese mehrfach ungesättigten Fette wirken entzündungshemmend und schützen das Herz.3

Hier liegt das Problem bei Tilapia:

Fisch (100 g)Omega-3Omega-6Verhältnis
Wildlachs2.500 mg130 mg1:0,05
Sardinen1.400 mg100 mg1:0,07
Tilapia240 mg560 mg1:2,3

Tilapia enthält etwa zehnmal weniger Omega-3 als Wildlachs. Noch wichtiger: Das Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 ist ungünstig.4

Ein hoher Omega-6-Anteil bei gleichzeitig niedrigem Omega-3-Anteil kann Entzündungen im Körper fördern. Für eine entzündungshemmende Ernährung sind Omega-3-reiche Fische wie Lachs, Makrele oder Hering besser geeignet.

Empfohlener Artikel: Anti-entzündliche Ernährung: Wie man Entzündungen natürlich reduziert

Bedenken bei der Tilapia-Zucht

Die Qualität von Zuchtfisch hängt stark von den Produktionsbedingungen ab. Berichte über bestimmte Zuchtpraktiken – insbesondere aus China – haben Bedenken aufgeworfen.5

Fütterungspraktiken

Die US-amerikanische FDA hat dokumentiert, dass in einigen chinesischen Aquakulturen Tierkot als Futtermittel verwendet wird. Das senkt die Produktionskosten, birgt aber Risiken:

Chemikalien-Rückstände

Zwischen 2007 und 2012 lehnte die FDA über 800 Meeresfrüchte-Lieferungen aus China ab – darunter 187 Tilapia-Sendungen. Die Gründe: Rückstände von Tierarzneimitteln und nicht zugelassene Zusatzstoffe.

Wichtig: Diese Probleme betreffen nicht alle Tilapia-Züchter. Fisch aus den USA, Kanada, den Niederlanden, Ecuador oder Peru unterliegt strengeren Kontrollen.

Tilapia richtig einkaufen

Wenn du Tilapia kaufen möchtest, achte auf die Herkunft:

Empfehlenswerte Quellen:

Besser meiden:

Zertifizierungen wie ASC (Aquaculture Stewardship Council) oder MSC können Orientierung bieten.

Bessere Alternativen zu Tilapia

Wenn du Fisch vor allem wegen der Omega-3-Fettsäuren isst, sind andere Arten sinnvoller:

FischOmega-3 pro 100gVorteile
Wildlachs2.500 mgReich an Astaxanthin
Makrele2.600 mgGünstig, nachhaltig
Sardinen1.400 mgWenig Schwermetalle
Hering1.700 mgRegional verfügbar
Forelle1.000 mgGute Zuchtqualität

Diese Fische liefern deutlich mehr Omega-3 und haben in der Regel ein besseres Fettsäureprofil.

Fazit

Tilapia ist eine günstige, proteinreiche Quelle mit beachtlichem Selengehalt. Für eine Omega-3-reiche Ernährung ist er jedoch nicht die beste Wahl.

Die wichtigsten Punkte:

Wenn du Tilapia magst, greife zu zertifiziertem Fisch aus vertrauenswürdigen Quellen. Für optimale Omega-3-Zufuhr ergänze ihn durch fettreiche Kaltwasserfische.


  1. FAO. Tilapia: Global Aquaculture Production and Trade Statistics. Food and Agriculture Organization of the United Nations. 2023. ↩︎

  2. U.S. Department of Agriculture. FoodData Central: Fish, tilapia, cooked, dry heat. USDA. 2023. ↩︎

  3. Calder PC. Omega-3 fatty acids and inflammatory processes: from molecules to man. Biochem Soc Trans. 2017;45(5):1105-1115. PubMed ↩︎

  4. Weaver KL, Ivester P, Chilton JA, Wilson MD, Pandey P, Chilton FH. The content of favorable and unfavorable polyunsaturated fatty acids found in commonly eaten fish. J Am Diet Assoc. 2008;108(7):1178-1185. PubMed ↩︎

  5. U.S. Food and Drug Administration. Import Alert 16-131: Detention Without Physical Examination of Aquaculture Seafood Products. FDA. 2023. ↩︎

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